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Neues Onlineportal "Naturschutzoffensive. Für Bayern": Spessart und Donauauen nationalparkwürdig - www.dritter-nationalpark.de

Neues Onlineportal unterstützt Initiativen vor Ort und schafft Gegenpol zur Anti-Naturschutz-PR von Bauernverband und Co. – Debatte teilweise entgleist

Im neuen Onlineportal "Naturschutzoffensive. Für Bayern" finden sich unter
www.dritter-nationalpark.de allgemeinverständlich aufbereitet und für Handys und Tablets optimiert Infos, Filme und Bilder zur aktuellen Debatte um den Dritten Nationalpark.

Dazu Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung und GLUS-Vertreter im überregionalen Netzwerk "Wildnis in Deutschland": „Neue Nationalparke in Staatswäldern sind Garant für längst überfällige Fortschritte im Naturschutz in Bayern: Sie binden im großen Stil schädliche Klimagase und helfen Hochwasser zu reduzieren. Vor allem aber bieten sie erholungsuchenden Menschen, bedrohten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum in einer ansonsten fast flächendeckend von intensiver Land- und Forstwirtschaft und ausufernden Gewerbegebieten geprägten Landschaft. Die Debatte um den 3. Nationalpark darf nicht dem Bauernverband und der Holzindustrie überlassen werden, die mit emotionalen Parolen und Falschinformationen eine Verhinderungspolitik betreiben".

Gebietsbewertung: Hohes naturschutzfachliches Potential und unstrittige Eignung von Spessart und Donauauen: Nach den Dialogverfahren des Bayerischen Umweltministeriums liegen jetzt Informationen vor, um eine erste naturschutzfachliche Bewertung vornehmen zu können. Nationalparkwürdig ist der Spessart in der vorgestellten Gebietskulisse. Eine direkte Biotopverbindung der beiden Teile über eine Grünbrücke ist anzustreben. Auch die untersuchten Donauauen incl. einer Erweiterung auf den Bereich Weltenburger Enge und die angrenzenden buchenreichen Jurawälder sind nach einer ersten Einschätzung nationalparkwürdig, da nach einer ersten Einschätzung eine ökologisch tragfähige Biotopverbindung getrennter Nationalparkteile über die Donau und ihre Auwälder  realisiert werden kann. Für Wildnisschutzgebiete entlang der Flussauen gelten modifizierte Kriterien, da fast zwangsläufig große Unterschiede in der Breitenausdehnung entstehen und die Flächenanforderungen über die Länge erreicht werden. Der Nationalpark Donauauen (mindestens 10000 Hektar Staatswald) könnte mittelfristig mit Wildnisschutzgebieten auf Staatsflächen im Bereich der Isarmündung sowie in den renaturierten Isarauen zwischen Freising und Moosburg zu einem europaweit einmaligen Nationalparkverbund Donau-Isar erweitert werden.

Die vom Umweltministerium präsentierten Gebietskulissen für die Rhön sind fragmentiert und enthalten lokal erhebliche Anteile Nadelwald. Bei Berücksichtigung der nötigen Pufferzonen in Nadelwaldbereichen erscheint die Ausweisung nennenswerter großflächiger Kernzonen fraglich. Möglicherweise lassen sich diese Punkte aber in den nächsten Verfahrensstufen mit Einbeziehung weiterer Staatswälder bereinigen. Im Frankenwald sind großflächig naturferne Wirtschaftswälder vorhanden, daher könnten die Schutzziele Bayerns (Laub- und Auwälder) damit nicht vorangetrieben werden.

Ammergebirge / Steigerwald: Unstrittig nationalparkwürdig sind die nicht im Verfahren befindlichen Vorschläge Ammergebirge und Steigerwald, für die dank der Arbeit der Naturschutzverbände und lokaler Bürgerinitiativen auch umfassende Informationen vorliegen.

Hetzkampagne von Bauernverband und Co. gegen Nationalparke - Pinoccio im Nationalpark

Diversen Hinweisen von Bürgern und aus den sozialen Netzwerken wurde nachgegangen und Aussagen der Gegner einem Faktencheck unterzogen. Es konnten diverse falsche, irreführende und mit Angstparolen versehene Veröffentlichungen und Interviews dokumentiert werden. Manchen Gegnern des Nationalparks sind offensichtlich alle Mittel recht, um bei den Bürgern Angst und Verwirrung zu stiften. Im Portal wird dies am Beispiel von O-Tönen zum NP Donauauen dokumentiert und richtig gestellt. Gerade das Aufstacheln von Emotionen mit falschen Behauptungen schürt Ängste, obwohl zum Beispiel laut Umweltministerium für den Spessart selbst für die Kernzone kein Wegegebot geplant ist. Entsprechende Nachweise liegen für die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher und den Bauernverband vor. Umfangreiche Infos dazu enthält eine gesonderte Dokumentation. Sie kann unter eintropfen@umweltstiftung.com angefordert werden.

Zwei eindrucksvolle Kurzfilme machen Lust auf neue Nationalparke in Bayern

Bayern wild (GLUS): Beeindruckende Luft- und Makroaufnahmen des renommierten Filmteams nautilus aus Nationalparken und Wildnisschutzgebieten Deutschlands zeigen, dass es sich lohnt, sich für neue Wildnisschutzgebiete zu engagieren. Der Film weist besonders auf die quasi kostenlosen Ökosystemleistungen hin, den Wildnisgebiete erbringen, so die enorme Bindung von klimaschädlichem CO2 in wachsenden Mooren und den Hochwasserrückhalt in Auwäldern. Er zeigt mit Luftaufnahmen auch Bilder von nach Windwürfen und Borkenkäferbefall zusammengebrochenen Fichtenbeständen in neu eingerichteten Wildniszonen in vorher zur Nadelholzproduktion genutzten Wäldern. Im Portal unter: Infos>Kurzfilm Bayern wild.

Entdecke Wildnis (Wildnisinitiative): Bei unserer Suche nach Wildnis in Deutschland sind wir engagierten Menschen begegnet, für die Wildnis etwas ganz Besonderes ist. Sie stehen stellvertretend für die vielen Akteurinnen und Akteure, die biologische Vielfalt auch bei uns in Wildnisgebieten und Nationalparks für zukünftige Generationen bewahren wollen. Im Portal unter Infos> Entdecke Wildnis.

Die in den letzten Jahren neu gegründeten Nationalparke Deutschlands zeigen, dass es sich lohnt, sich für neue Wildnisschutzgebiete zu engagieren und, dass vor allem das 2-Prozent-Ziel von Bundesregierung, Verbände und Wissenschaftlern endlich vor Ort umgesetzt werden muss.
Obermeier abschließend: "Neu gegründete Nationalparke wurden stets zur Erfolgsstory für Menschen, Natur und regionale Wirtschaft - entgegen diverser Unkenrufe mancher Lokalpolitiker im Vorfeld".


Zusätzliches Material: Netzwerk gegen den Naturschutz am Beispiel Spessart als PDF herunterladen

Ansprechpartner für Rückfragen und Bildmaterial :
Andreas Abstreiter, Tel. 089/54212142,  andreas.abstreiter@umweltstiftung.com

Ansprechpartner für Interviews: Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung und GLUS-Vertreter im überregionalen Netzwerk "Wildnis in Deutschland", Tel. 089/54212142

 

 

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