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Foto-Fallen Pirsch auf den Luchs

Mit Wildtierkameras will die Gregor Louisoder Umweltstiftung mit ihren Kooperationspartnern, den Bayerischen Staatsforsten und den Österreichischen Bundesforsten, vor allem dem Luchs auf die Spur kommen. 12 Fotofallen-Standorte wurden auf österreichischer Fläche im Gebiet Pinzgau nahe der Bayerischen Grenze installiert.

Im Dezember 2015 wurde erstmals ein Luchs im Bayerischen Alpenraum durch eine Wildtierkamera nachgewiesen. Der männliche Luchs mit dem Namen Alus war aus Nord-Ost Italien zugewandert. Diesem ersten handfesten Beweis eines Luchses in diesem Gebiet will die Gregor Louisoder Umweltstiftung weiter nachgehen und hat dafür wichtige Kooperationspartner gewonnen. Auf Flächen der Bayerischen Staatsforsten, die die Saalforste in Österreich bewirtschaften, und der angrenzenden Österreichischen Bundesforste (ÖBf) konnten nun 12 Fotofallen-Standorte eingerichtet werden.

„Wir sind mit unserem Anliegen auf großes Interesse gestoßen und haben Unterstützung in allen Bereichen erfahren“, freut sich Stefanie Morbach, Projektleiterin bei der Gregor Louisoder Umweltstiftung. Die fachliche Arbeit vor Ort und deren Auswertung wurde an das Büro Habitat Wildlife Service mit Sitz in Österreich vergeben. Weitere Luchs-Fachleute aus dem Luchsprojekt Österreich Nord-West und dem Nationalpark Kalkalpen sind in das Projekt einbezogen.

Ziel des Projektes ist es einen weiteren Luchs-Nachweis über Fotofallenbilder in der Region zu bekommen. „Uns ist bewusst, dass ein Luchsnachweis noch lange kein Beweis für eine dauerhafte Luchspopulation in diesem Gebiet ist. Dennoch war es eine gute Nachricht Ende letzten Jahres, dass Luchse hierher zurückkehren können“, so Morbach. Für die zersplitterten Luchsvorkommen im Alpenraum wäre es wichtig weitere Regionen als Luchslebensräume zu gewinnen.

In Bayern gibt es bislang nur im Bayerischen Wald eine stabile Luchspopulation. In Österreich leben Luchse im daran angrenzenden Mühlviertel und in kleiner Anzahl im Nationalpark Kalkalpen. „Im gemeinsamen Projekt der Gregor Louisoder Umweltstiftung sehen wir eine gute Kooperationsmöglichkeit zwischen unseren Betrieben. Wir sind sehr daran interessiert herauszufinden, ob ein oder mehrere Luchse dauerhaft auf unseren Flächen umherstreifen“, sind sich die beiden Forstbetriebsleiter Thomas Zanker (Forstbetrieb Saalforste, Bayer.
Staatsforste) und Winfried Weinberger (Forstbetrieb Pinzgau, Österreichische Bundesforste) einig. Beide Forstbetriebsleiter freuen sich auch darüber, dass die Salzburger Jägerschaft zur Unterstützung des Projektes am 12.09. eine erste Informationsveranstaltung für  interessierte Jagdinhaber in der Region Pinzgau durchgeführt hat.

Fotofallen Monitoring Auftakt
Bild 1 (Zum Herunterladen auf das Bild klicken)
Luchs
Bild 2 (Zum Herunterladen auf das Bild klicken)

Bildunterschrift 1: Die Kooperationspartner des Fotofallenprojektes im Pinzgau stießen mit ihrem Vorhaben auf großes Interesse der dortigen Jägerschaft: Thomas Zanker (Forstbetriebsleiter BaySF), Stefanie Morbach (Gregor Louisoder Umweltstiftung), Kirsten Weingarth (Habitat Wildlifes Services), Hendrik Block (Jagdspezialist BÖf), Georg Meilinger (Bezirksjägermeister Salzburger Jägerschaft). (Foto: D.Dachs)

Bildunterschrift 2: Der Luchs findet Lebensraum in deckungsreichen Gebieten in denen er ausreichend Nahrung findet. (Foto: M. Krofel)

Hintergrundinformation: Mit dem Einsatz von Fotofallen wird eine Erfassung des Luchsbestands in aktiver und systematischer Weise möglich. Die damit gewonnenen Daten sind verlässlicher als zufällig gesammelte Daten. Daher können sie ein genaueres Bild vom Zustand der Population liefern und tragen so zu einer deutlichen Verbesserung des Luchsmonitorings bei.
Jeder Luchs hat ein charakteristisches Fleckenmuster. Anordnung, Größe, Aussehen und Anzahl der Flecken sind bei jedem Luchs individuell verschieden. Dies ermöglicht die Unterscheidung einzelner Tiere und ebnet den Weg für eine quantitative Populationsschätzung mittels der Fang-Wiederfang-Methode.
Zwei Luchsindividuen können aber nur durch den Vergleich derselben Körperseite unterschieden werden. Daher wird versucht, das Tier mit seiner gesamten Körperflanke zu fotografieren.
Der Auswahl geeigneter Fotofallen-Standorte kommt eine große Bedeutung im Fotofallenmonitoring zu. Sie setzt profunde Kenntnis der Lebensweise des Luchses und viel Erfahrung im Freiland voraus, vor allem durch Methoden wie Abspuren oder Radiotelemetrie.
Spuren- und Rissfunde in den vergangenen Wintern und lokale Kenntnisse von Jägern sind zusätzliche Hilfen, um einen Ort zu finden, an dem vielleicht ein Luchs vorbeispaziert.


Ihre Ansprechpartner für Rückfragen und Bildmaterial:

Weitere Informationen unter: www.bayern-wild.de
Ansprechpartner Presse: Stefanie Morbach, stefanie.morbach@umweltstiftung.com Freigabe der Bilder nur in Verbindung mit dieser Pressemitteilung.

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