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Gemeinsame Pressemitteilung des LBV und der Gregor Louisoder Umweltstiftung

Tatort Natur – Wilderei in Bayern stoppen!

Neues Kooperationsprojekt „Tatort Natur: Naturschutzkriminalität stoppen!“ von Gregor Louisoder Umweltstiftung und LBV

Hilpoltstein/München, 14.11.19 – Bei dem Begriff „Wilderei“ denken viele zuerst an die illegale Jagd auf Nashörner, Elefanten oder Löwen in weit entfernten afrikanischen Ländern. „Den wenigsten ist bewusst, dass auch in Bayern besonders geschützte Tierarten wie Luchs, Rotmilan und Fischotter Opfer von illegalen Tötungen durch Gift, Fallen und Beschuss werden. Die Aufklärungsquote solcher Straftaten ist bisher gering, da bei Verdachtsfällen meist unstrukturiert vorgegangen wird und die Dokumentation mangelhaft ist“, sagt GLUS-Projektleiterin Franziska Baur. Dieses Jahr gelang ein Durchbruch: zum ersten Mal wurde in Bayern ein Täter wegen Naturschutzkriminalität überführt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Um den Druck aufrechtzuerhalten und eine höhere Abschreckung zu erzielen, rufen Gregor Louisoder Umweltstiftung (GLUS) und Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) das einzigartige Kooperationsprojekt „Tatort Natur“ ins Leben. „Naturschutzkriminalität ist nichts weit entferntes, sondern geschieht vor unserer Haustüre. Mit dem gemeinsamen Projekt ‚Tatort Natur‘ wollen wir aufklären, Wilderei im Bewusstsein der Bevölkerung als Straftat verankern und Naturfreunden die Möglichkeit geben, Verdachtsfälle zu melden“, sagt LBV-Projektleiter Dr. Andreas von Lindeiner.

Nach Schätzungen bleiben 99 Prozent der Fälle von Naturschutzkriminalität ungeklärt und für die Täter folgenlos. Um das zu ändern, haben GLUS und LBV das gemeinsame Projekt „Tatort Natur“ mit Franziska Baur (GLUS) und Dr. Andreas von Lindeiner (LBV) als Projektleiter gestartet.

Die neue interaktive Webseite www.tatort-natur.de ist als Melde- und Informationsplattform für betroffene Behörden und die Öffentlichkeit entwickelt. Alle (Verdachts-)Fälle von Naturschutzkriminalität in Bayern werden mit einer speziellen Datenbank dokumentiert, auf einer Karte visualisiert und soweit möglich strafrechtlich verfolgt. Alle Fälle werden in einem jährlichen Bericht gesammelt, der kostenlos über die Webseite angefordert werden kann. Darüber hinaus bietet die Webseite fachliche Unterstützung, spannende Tierportraits, Checklisten und jede Menge Hintergrundinfos. Auf einer Karte sind die „Hot Spots“ illegaler Tötungen gekennzeichnet. Im Rahmen des Projekts werden außerdem Vorträge und Fortbildungen für Behördenmitarbeiter, Naturschützer, Jäger und Interessierte angeboten.

In den vergangenen Monaten wurden in Bayern mehrere Fälle von Naturschutzkriminalität bekannt. „Wer draußen in der Natur unterwegs ist und auf verdächtige tote Tiere stößt, den rufen wir dazu auf: Nichts anfassen, alles genau dokumentieren, umgehend die Polizei rufen und den Fall auf www.tatort-natur.de melden“, so Franziska Baur. „Ein zentrales Anliegen des Projektes ist auch der Schutz der Öffentlichkeit, denn vielfach wurden die gewilderten Tiere mit hochwirksamen Insektiziden vergiftet, die auch für Menschen gefährlich werden können“, ergänzt Dr. Andreas von Lindeiner.

Hintergrund:

Bereits seit mehreren Jahren kämpfen LBV und GLUS gegen Naturschutzkriminalität in Bayern und über Bayerns Grenzen hinweg. Und die intensive Öffentlichkeitsarbeit der beiden Verbände zeigt Wirkung. Die strafrechtliche Verfolgung naturschutzkrimineller Aktivitäten wurde in den letzten Jahren von den Bayerischen Behörden neu strukturiert und die illegale Tötung geschützter Wildtiere ist zu einem absoluten Tabu geworden. Verdachtsfälle werden zunehmend mit derselben Aufmerksamkeit und Sorgfalt behandelt, wie ein klassischer Mordfall. Dazu gehört nicht nur eine professionelle und akribische Tatortsicherung, sondern auch anschließende forensische und ballistische Untersuchungen, für welche das Landeskriminalamt miteinbezogen wird.

Terminhinweis und Einladung:

Am 22./23. April 2020 wird eine Fachtagung mitten im Naturschutzkriminalitäts-Hotspotgebiet Cham stattfinden. Anmeldung: franziska.baur@umweltstiftung.com.


Ansprechpartner für Rückfragen:

Gregor Louisoder Umweltstiftung
Franziska Baur, GLUS Naturschutzreferentin
franziska.baur@umweltstiftung.com
Tel.: 0176 - 66 75 00 88

Landesbund für Vogelschutz e.V.
Sonja Dölfel
Sonja.doelfel@lbv.de
Tel.: 09174 - 47 75 71 84
Dr. Andreas von Lindeiner
andreas.von.lindeiner@lbv.de
Tel.: 09174 - 47 75-74 30

Kostenfreie Bilder zu dieser Pressemitteilung finden Sie unter www.lbv.de/presse. Bitte beachten Sie den dortigen Hinweis zur Verwendung.

 

 

 

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