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Der Wolf ist wieder da. Herden müssen geschützt werden.

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Presseinfo 10.5.2017


Herdenschutz in Bayern - wie geht es weiter?

Die Wölfe kehren nach Bayern zurück. Und sie bleiben. Die dauerhafte Anwesenheit von Einzeltieren war bereits bekannt. Nun (Jan. 2017) ist auch das erste Paar, mutmaßlich Rüde und Fähe, bestätigt worden.

Als Naturschutzverband begrüßen wir die Rückkehr der Wölfe. Sie gehören zur natürlichen Artenausstattung unserer Heimat. Sie bereichern das Ökosystem und faszinieren uns als anpassungsfähige Raubtiere. Unsere Freude, anderer Sorge. Seit vielen Jahren bemühen sich Verbände das Thema Herdenschutz in den Fokus zu rücken.

Mit der Bildung eines Paares hat die Thematik wieder an Dringlichkeit gewonnen. Allen Beteiligten ist klar, dass dies nur eine Frage der Zeit war. Jederzeit können aus verschiedenen Wolfsgebieten, beispielsweise Sachsen oder Italien, Tiere zu uns einwandern. Und dennoch mahlen die Mühlen in dringenden Fragen sehr langsam. Fragen und Regelungen zum Umgang mit ansässigen Wolfspaaren und Rudeln soll der Managementplan Stufe 3 regeln. Bislang gibt es nur Stufe 2 (einzelne Tiere), schnell müssen sich nun die Gremien zusammensetzen und die nächste Stufe in Kraft treten lassen.

Dringender Handlungsbedarf ist gerade im Bereich Herdenschutz geboten! Erste Ansätze seitens der Behörden gibt es seit Jahren, diese müssen nun auf eine andere Ebene gehoben werden. Bislang gibt es keine allgemeine finanzielle Unterstützung bei Präventionsmaßnahmen. Für alle Nutztierbetriebe in Bayern muss es die Möglichkeit geben unbürokratische Hilfe zu bekommen und praxistaugliche Lösungen für ihre Haltung zu finden.

Es gibt eine Vielzahl an Informationen über Herdenschutz aus anderen deutschen Bundesländern oder in Nachbarstaaten. Daraus können wir lernen, die eigene Erfahrung damit zu machen und individuell anzupassen, wird uns aber nicht erspart bleiben. Dabei sollten alle Nutztierhalter bestmöglich unterstützt werden.

 Stefanie Morbach, Projektstelle Bayern wild

Almwirtschaft und Bär, Wolf, Luchs

In speziellen Fällen wie der Almwirtschaft mit Schafen im Gebirge kann der Schutz von Herden vor Wolfsübergriffen mit erheblichem Aufwand verbunden sein. Es handelt sich dabei (heute) nicht um eine produktionsorientierte Landwirtschaft, sondern um eine staatlich finanzierte Landbewirtschaftung, um bestimmte Ziele wie die Erhaltung von Blumenwiesen oder des Landschaftsbildes zu sichern. Die naturschutzgerechte Almwirtschaft muss auch nach der Rückkehr des Wolfes sichergestellt sein.

Aktuelle Hintergrundinfos: Presseinfo 10.5.2017

Weitere Infos zur Förderung der Almwirtschaft

Positionspapier "Alpine Vielfalt erhalten"