Skip to main content

Wissen über Raubtiere

Wissen über Raubtiere

Sind große Beutegreifer eine Gefahr für Menschen?

Als Beute kommen wir Menschen nicht in Frage. Bären fressen zu einem hohen Prozentsatz vegetarisch: Nüsse, Beeren und andere Pflanzen. Hinzu kommen Aas, Kleintiere und Beutetiere aus opportunistischer Jagd, das heißt: Gelegenheit macht den Jäger. Anders ist das bei Wolf und Luchs. Beide gehen gezielt auf die Jagd: Wölfe im Rudel (Einzelgänger notgedrungen alleine), Luchse alleine. Hauptnahrung der beiden bei uns sind Rehe.

Die wilden Verwandten von Teddy, Dackel und Stubentiger sind keine Schmusetiere. Sie können den Menschen schwer verletzen. Aggressives Verhalten ist selten; an Nahrung, bei der Jungenaufzucht oder Verletzungen ist es aber nicht auszuschließen. Tiere ohne Scheu vor dem Menschen versucht man zu vergrämen (z.B. mit Gummigeschoss), man siedelt sie um oder schießt sie mit Ausnahmegenehmigung. In einigen europäischen Ländern leben Bär, Wolf, Luchs UND Mensch (Slowenien, Italien, Polen). Übergriffe auf Menschen sind nicht bekannt.


Wissen über Raubtiere

Fehlt den großen Beutegreifern bei uns nicht der geeignete Lebensraum?

Bär, Wolf und Luchs leben in Mitteleuropa immer auch in vom Menschen besiedelten Gebieten, nicht nur in „Urwäldern“. Diese gibt es ohnehin schon lange nicht mehr bei uns. Ausgestorben sind diese Tiere bei uns nicht, weil ihr Lebensraum verschwunden ist. Sie wurden gezielt geschossen, gefangen und vergiftet. Dank der Schutzvorschriften wandern die Tiere wieder ein. Sie stellen keine speziellen Ansprüche an ihren Lebensraum. Natürlich brauchen sie Rückzugsraum insbesondere für die Jungenaufzucht, Nahrung und nicht zuletzt unsere Akzeptanz. Viel befahrene Straßen sind eine Gefahr und auch ein Hindernis bei der Suche nach neuen Revieren und Partnern. Wildtiere kommen auch in die Nähe von Siedlungen – oft bleiben sie unbemerkt. Wolf, Bär und Luchs können In Deutschland und über die Ländergrenzen hinweg leben – wir müssen sie nur lassen.


Wissen über Raubtiere

Gibt es Probleme für Landwirtschaft und Jagd mit Bär, Wolf und Luchs?

In der Vergangenheit wurden diese Tierarten stark dezimiert oder ausgerottet, um wirtschaftliche Interessen einzelner Bevölkerungsgruppen zu schützen. Wolf, Braunbär und Luchs standen den Jagdinteressen und einer Intensivierung der Viehzucht im Wege.  Sie waren auch geachtete Trophäen, für deren Abschuss es teils Belohnungen gab. Damals lag die Verfügungsgewalt über Wildtiere noch bei Grund- und Jagdrechtinhabern. Dies ist heutzutage anders: die Wildtiere sind Teil unseres nationalen Naturerbes und unterliegen strengen europäischen und nationalen Naturschutzrecht. Ein Abschuss ist nur zulässig, wenn Gefahr für den Menschen besteht.Für Bär, Wolf und Luchs sind Nutztiere (Jungtiere,  Schafe, Kleintiere, Gehege-Wild) eine leichte Beute, wenn diese nicht professionell geschützt werden. Macht man es ihnen schwer oder unmöglich Nutztiere zu erbeuten, lernen sie auch nicht diese Futterquelle immer wieder aufzusuchen. Es gibt einige Maßnahmen: Hütehunde, Hirten, Elektrozäune, Gummigeschosse. Die Bundesländer in denen die großen Beutegreifer bereits wieder vorkommen unterstützten die Viehbesitzer mit einem „Gewusst wie“ bei der Prävention und finanziell. Werden Nutztiere getötet bekommen die Besitzer eine Entschädigungszahlung. In Bayern sind dafür das Landesamt für Umwelt und der Ausgleichsfond Große Beutegreifer  zuständig: www.lfl.bayern.de/herdenschutz/Wenn große Beutegreifer im Gebiet sind müssen sich Viehbesitzer und Jäger umstellen. Vieh kann dann nicht mehr unbewacht eine Sommersaison alleine umherstreifen. Beutetiere wie Rehe werden sicherlich vorsichtiger. Reagieren wir rechtzeitig darauf mit vorbeugenden Maßnahmen (Herdenschutz) und angepasster Jagd, dann ist ein Nebeneinander möglich!



Weitere Informationen und Anregungen über große Beutegreifer:

- Der Luchs macht Schule

- Fräulein Brehms Tierleben

- Familienfilm Wolfsbrüder

- Wolfswanderweg Spitzingsee/Rotwand