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Donauauen bei Neuburg / Grünau
Foto: Willner
Naturwaldreservat Ludwigshain
Foto: Willner
Luchs
Foto: Krofel
Buchenwälder Weltenburg
Foto: Willner

Zum Koalitionsvertrag CSU/Freie Wähler Vereinbarte 10 Prozent nutzungsfreie Staatswälder könnten unschätzbaren Beitrag zum Waldnaturschutz und zu einer echten Naturschutzoffensive für Bayern sein

Die Koalitionspartner haben im Koalitionsvertrag vereinbart: „Wir nehmen dauerhaft rund 10 % der staatlichen Waldflächen als nutzungsfreie Naturschutzflächen und Naturwaldflächen von der forstwirtschaftlichen Nutzung aus. Damit leisten wir einen erheblichen Beitrag zur Biodiversität und schaffen ein grünes Netzwerk von Naturwaldflächen“.

Dazu Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung und GLUS-Vertreter im Netzwerk Wildnis in Deutschland: „Mit der zügigen und naturschutzfachlich fundierten Umsetzung dieses Teiles der Koalitionsvereinbarung könnte Bayern wieder Anschluss an die nationalen und internationalen Standards im Waldnaturschutz finden. Dazu müssen neben dem weiteren Ausbau des bewährten Trittsteinkonzeptes aus Klein- und Kleinstflächen auch größere Naturwälder gemäß den fachlich fundierten Kriterien der Inititiative „Wildnis in Deutschland“ ausgewiesen werden, in der nahezu alle Umwelt- und Naturschutzinitiativen Deutschlands und viele Experten zum Thema nutzungsfreie Wälder / Wildnis zusammenarbeiten. Bei der Umsetzung haben folgende Bereiche in Form großer, zusammenhängender Gebiete aus unserer Sicht höchste Priorität: Hoher Buchener Wald (Steigerwald), Buchenwälder Spessart, Auwälder Donau zwischen Lechmündung und Kelheim. Die Kommunikation und Information muss bürgernah erfolgen, es müssen also alle Flächen exakt und für jeden Bürger nachvollziehbar dargestellt werden“.

Forderungen aus unseren Wahlforderungen, die im Rahmen der im Koalitionsvertrag vereinbarten 10 Prozent nutzungsfreie Wald-Naturschutzbereiche sofort umgesetzt werden sollten

1. Schutz Steigerwald: Sicherstellung des Hohen Buchenen Waldes  (100% Staatswald) als nutzungsfreier Wald gemäß Koalitionsvertrag
2. Schutz Spessart: Prioritäre Flächen gemäß Vorschlagskarte Verbände: sofortige Sicherstellung als nutzungsfreier Wald gemäß Koalitionsvertrag
3. Schutz Donauauen: Sicherstellung aller Staatswälder im Bereich der Donauauen zwischen Lechmündung und Kelheim sowie an der Isar zwischen Freising und Moosburg als nutzungsfreie Wälder gemäß Koalitionsvertrag

Hat Bayern schon 10 Prozent Naturwälder ohne Nutzung? Zu den Daten der Staatsforste...

Die Bayerischen Staatsforste geben in einer aktuellen Online-Veröffentlichung sowie in diversen Fachartikeln an, bereits 10,4 Prozent ihrer Waldfläche dauerhaft aus der Nutzung genommen zu haben. Den mit Abstand größten Einzelposten in dieser Berechnung macht der pauschale Verweis auf 32.000 Hektar "Hiebsruhe" im Hochgebirge aus.

In einer Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vom 9.8.2018 scheinen aber erhebliche Teile dieser Berechnung zurzeit schwer nachvollziehbar zu sein. Es wird bei vielen entscheidenden Punkten auf noch ausstehende Vermessungen und neue Gebietskulissen verwiesen. In den Onlinekarten sind viele Gebiete weder enthalten noch abgegrenzt.

Wir werden im Zuge einer konstruktiven Begleitung des Koalitionsbeschlusses uns intensiv mit einer naturschutzfachlich begründeten und plausiblen Gebietskulisse für mindestens 10 Prozent echte Naturwälder auseinandersetzen. Neben den bereits vorhandenen, fachlich unumstrittenen Naturwaldreservaten als flächendeckendes Netzwerk ist es aus fachlicher Sicht zwingend erforderlich, auch größere zusammenhängende Naturwälder im Steigerwald, im Spessart und in den Donauauen nach den Kriterien der Initiative "Wildnis in Deutschland" auszuweisen.

Weitere Infos in Kürze hier...