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Volksbegehren Artenvielfalt

  • Eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere schaffen
  • Hecken, Bäume, kleine Gewässer in der Landwirtschaft erhalten
  • Blühende Randstreifen an allen Bächen und Gräben
  • Die ökologische Landwirtschaft massiv ausbauen
  • 10% aller Wiesen in Blühwiesen umwandeln
  • Alle staatlichen Flächen pestizidfrei bewirtschaften
  • Naturschutz als Teil der Ausbildung von Land- und Forstwirten

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Volksbegehren Artenvielfalt erfolgreich !

Dazu Claus Obermeier, Sprecher des Aktionsbündnisses München und Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung, die das Volksbegehren als einer der ersten grossen Umweltorganisationen unterstützt und mehrere Module der Infokampagne umgesetzt hat: "Das Volksbegehren war eine historische Chance und wird den jahrelangen Stillstand bei zentralen Naturschutzthemen beenden. Alle, die im Bündnis gemeinsam gekämpft haben, haben Naturschutzgeschichte geschrieben".

Bayerns Bürgerinnen und Bürger wünschen sich einen wirksamen Schutz der Artenvielfalt und die Förderung einer naturnahen Landwirtschaft. Dies ist das klare Signal, das vom Ausgang des „Volksbegehrens Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ an die Politik ausgeht. Mit einer Beteiligung von 18,4 Prozent der Wahlberechtigten ist es das erfolgreichste Volksbegehren der Geschichte in Bayern. Insgesamt haben sich 1.745.383 Bürger eingetragen. Der Zuspruch liegt deutlich über den Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren in Bayern (14,3 Prozent, 2013) und zum Nichtraucherschutz (13,9 Prozent, 2009) und selbst über dem bisher erfolgreichsten Volksbegehren Christliche Volksschule (17,2 Prozent, 1967). „Wir haben fest mit dem Erfolg gerechnet und sind doch überwältigt“, sagte Agnes Becker, die Beauftragte des Volksbegehrens und Stellvertretende Vorsitzende der ÖDP Bayern, nach der endgültigen Auszählung der Stimmen. „Der Auftrag der Bevölkerung an die Politik ist eindeutig: der Artenschutz muss in Zukunft verbindlich geregelt werden, und zwar gemeinsam mit der Landwirtschaft".
Die vielen ehrenamtlichen Aktiven haben in den letzten Wochen unter winterlichen Bedingungen unglaubliches geleitet, um das Volksbegehren zum Erfolg zu führen.


Dieter Wieland zum Ergebnis des Volksbegehrens

Liebe Freunde,
ich möchte mich bei Euch allen von ganzem Herzen bedanken, Ihr wart wunderbar, Ihr habt gekämpft um unser aller Zukunft, Ihr habt es fertig gebracht, weit über eine Million Menschen zu bewegen, für mehr intakte Natur in Bayern ihre Stimme abzugeben. Das war so noch nie da, das wird, das muss etwas verändern in unserem Land, denn in Bayern bestimmen nur Wählerstimmen die Politik. Bewunderung und mein allergrößter Dank und Respekt an Agnes Becker und die verantwortlichen Damen und Herren der ÖDP, trotz aller Zweifel und Bedenken, am Ende haben doch alle mit Euch an einem Strang gezogen. Auch das ist ein Wunder, dafür bedanke ich mich heute bei allen. Wir sind nicht so stark und so reich wie der ADAC, aber in Wahrheit sind wir viel schlagkräftiger, denn wir haben die besseren Argumente und den größeren Enthusiasmus. Aber leider zersplittern wir uns seit Jahrzehnten in Einzelgrüppchen und Einzelkämpfer. Der heutige Erfolg zeigt uns auch eins: Nur gemeinsam sind wir stark.

Also bitte, lernt daraus, auch am Runden Tisch, bleibt gemeinsam mit Euren Argumenten und Eurer Strategie, lasst Euch nicht auseinander dividieren, bleibt die starke Mannschaft auch nach diesem ersten Sieg. Denn jetzt beginnt der eigentliche Kampf.

Täuscht Euch ja nicht, so wie wir 1983, „Grün kaputt“ ging in 20 Exemplaren durch ganz Deutschland, das Buch in 10 Auflagen, ein Kultbuch, es ist alles gesagt, es ist alles gezeigt in Hunderten Bildern… und was haben wir erreicht? NICHTS. Die roten Listen sind doppelt so lang, der Sojaverbrauch doppelt so hoch, die Fertigställe doppelt so lang, Traktoren und Güllehänger doppelt so schwer, Herbizidaustrag um ein Drittel gewachsen, mindestens. Hummeln, Schmetterlinge, Bienen, Vögel  …  halb so viel, höchstens. 

Die Gegenseite wird jetzt ihre süßesten Sonntagsredner aufbieten, die Gebetsmühlen werden auf Hochtouren laufen und das schöne Bayern verkünden und demonstrativ werden sie ihre Landwirte in den Arm nehmen, „denn das sind unsere Wähler, nicht Eure, davon habt Ihr ja keine Ahnung“…. 

Also wappnet Euch, feiert, seid stolz und glücklich  …..  aber ab morgen wird es ernst, sehr ernst. Aber glaubt daran - gemeinsam sind wir stark.

Herzlich, Euer Dieter Wieland

Dieter Wieland (*1937) wurde bekannt durch seine Reihe »Topographie«, die seit 1972 in »Unter unserem Himmel« im Bayerischen Fernsehen gesendet wurde und mit der er gegen die Zersiedelung der Landschaft und für die Bewahrung einer gewachsenen Kulturlandschaft kämpfte, sowie "Grün kaputt". Er engagiert sich unter anderem ehrenamtlich als Stiftungsrat der Gregor Louisoder Umweltstiftung. Träger zahlreicher Auszeichnungen, unter anderem des Bayerischen Verdienstordens.